Mit der folgenden kleinen besinnlichen Geschichte wünsche ich euch im Namen der AG Kommunikation einen ruhigen 4. Advent sowie Wunder-volle Weihnachtstage.
Genießt das Zuviel – besonders das Zuviel an Zeit – und kommt gut ins neue Jahr!


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Sand und Stein

Zwei Freunde waren mit ihren Kamelen unterwegs in der Wüste.
Während einer kurzen Rast gerieten sie ob eines Gesprächs über den Stammesführer in einen heftigen Streit und plötzlich schlug der eine dem anderen in seiner Wut mitten ins Gesicht. Der wehrte sich nicht und schrieb, ohne ein Wort dazu zu sagen, in den Sand: »Mein Freund hat mir heute ins Gesicht geschlagen.«
Schweigend stiegen sie wieder auf ihre Kamele und ritten zur nächsten Oase, wo sich ein schöner kleiner See befand, in den sie sprangen, um sich abzukühlen. Während des Schwimmens verfing sich der, der geschlagen worden war, in Schlingpflanzen. Er war kurz davor zu ertrinken, als sein Freund ihn gerade noch retten konnte.
Nachdem er zur Ruhe gekommen war, ging der Gerettete zu einem Felsen und ritzte die Worte in den Stein: »Heute hat mir mein Freund das Leben gerettet.«
Erstaunt fragte ihn der Freund, warum er seine Worte nach dem Streit in den Sand geschrieben und die nach seiner Rettung in den Stein geritzt habe.

»Wenn uns jemand wehtut, uns kränkt oder beleidigt, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es leicht und schnell wieder aus unserem Gedächtnis löschen kann. Wenn uns hingegen jemand hilft und etwas Gutes tut, sollten wir es so fest in einen Stein ritzen, dass kein Wind es löschen und die Zeit es nicht vergessen machen kann«, antwortete der Gerettete.

Aus: „Das Kaleidoskop des weisen Händlers: Geschichten für ein offenes Herz und einen wachen Geist“ von Ilona Daiker und Michael Eppinger

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