Am Nachmittag des 15. März 2018 hatten Eltern im Rahmen des monatlichen Elterncafés die Gelegenheit, Anke Eiselt (Stufenleitung) und Christiane Seufert (päd. Leitung) kennen zu lernen, und gezielt Fragen an sie zu richten.
Wir haben auf dieser Seite alle Fragen und Antworten des Nachmittags für euch festgehalten.


Wird in der Sekundarstufe 1 mit Montessori-Materialien gearbeitet?

Ja, aber lange nicht so viel wie in der Grundstufe. Dabei spielt das Alter der Lernenden eine Rolle. Das spielerische Lernen steht bei den meisten nicht mehr so im Vordergrund und auch besteht oft der Wunsch nach dem Ausfüllen von Arbeitsblättern.
Z.B. kann aber Prozentrechnung gut an Materialien geübt werden.

Welche Fremdsprachen können Jugendliche an der Sek. 1 in der MGBB lernen?

1.Fremdsprache: Englisch, 2.Fremdsprache: Spanisch, Französisch.

Werden Prüfungssituationen gezielt trainiert? 

Es werden rechtzeitig Prüfungssituationen möglichst authentisch simuliert, indem der Raum zum Prüfungsraum umgestaltet wird, alle Prüfungsregeln vorgelesen und Zeitstrukturen eingeübt werden. Es gibt spezielle Darbietungen, in denen der Umgang mit Prüfungssituationen thematisiert wird.
Darüber hinaus können Jugendliche sich jederzeit mit Hilfe von älteren Test- und Prüfungsbögen (MSA,VERA, BBR) selbst testen.
Die Schule ist selbstverständlich daran interessiert, dass die Jugendlichen ihre Prüfungen bestehen.

Welche Angebote gibt es und wie wird damit umgegangen, wenn es ausgeprägte Eigeninteressen bei den Lernenden gibt?

In täglichen Angebotszeiten stehen Fachkräfte mit ihrem kompletten Wissen den Lernenden zur Verfügung. Eigeninteressen der Jugendlichen werden sehr gerne aufgenommen und gefördert.

Gibt es spezielle Angebote im Naturwissenschaftlichen Bereich?

Momentan sind alle Naturwissenschaften mit Angeboten abgedeckt. Bei den Angeboten werden die Interessen der Jugendlichen berücksichtigt.

Auf welche Art, neben den Endjahreszeugnissen, wird im laufenden Jahr Rückmeldung zu den einzelnen Projekten und Arbeiten der Lernenden gegeben? Und woran genau orientiert sich diese Rückmeldung?

Es gibt Halbjahresgespräche mit Lernenden, Coaches und Eltern. Die Lernenden bereiten mit ihrem Coach diese Gespräche durch Selbstreflexion vor. Auch über einzelne Projekte und Arbeiten wird dabei gesprochen. Rückmeldungen über das Kompetenzraster erfolgen durch Fachexperten und es gibt mündliche Feedbacks durch Fachexperten.

Ist es möglich, dass das Kind z.B. ein halbes Jahr oder Jahr ins Ausland geht und dann nach der Rückkehr die Lernstufe wiederholt? Also wäre es überhaupt realisierbar, dass dann noch ein Platz frei wäre?

Hierüber findet stets eine individuelle Beratung & Begleitung statt.

Woran merkt das Schul-Team, dass die Familien am für sie passenden Ort sind? Gibt es bestimmte Erwartungen an die Familien?

Wichtig ist, dass die Jugendlichen bereit sind, hier zu lernen.

Die Schule wünscht sich, dass die Sprechzeiten der Coaches zur Kontaktaufnahme und -erhaltung sowie von der Schule organisierte Elternseminare genutzt werden, um die Praxis und Strukturen der Schule zu verstehen.
Unbehagen jeglicher Form sollte von den Eltern möglichst zeitnah geäußert werden, so dass eine rasche Klärung erfolgen kann.
Darüber hinaus ist Elternmithilfe an der Schule dringend erwünscht. Auch dadurch wird der Kontakt zwischen Elternhaus und Schule erhalten.

Wie finden Lernende in ihre Lernfamilien und zu ihren Coaches?

Zu Beginn der 7. Jahrgangsstufe haben die Lernenden und Coaches 3 Wochen Zeit sich intensiv zu begegnen und kennenzulernen, während die anderen Jahrgangsstufen außer Haus auf ihren Herausforderungen sind.
Am Ende dieser Zeit können von den Lernenden Wünsche hinsichtlich der Mitlernenden geäußert werden.
Die endgültige Zuordnung der Lernenden zu den Coaches und Lernfamilien erfolgt durch die Schulleitung unter Berücksichtigung der Wünsche der Lernenden und Beobachtungen der Pädagogen.

Was ist der Montessori-Abschluss?

Der Montessori-Abschluss  – die große praktische Arbeit (GPA) – ist freiwillig und das Ergebnis eines selbst gewählten und selbstständig erarbeiteten und präsentierten Projekts.
Die Mentoren dafür werden von den Lernenden selbständig in der Schule ausgesucht. Ferner unterstützen externe Experten die Arbeit der Jugendlichen. Den Lernenden wird das Montessori-Diplom ausgehändigt.

In der 9. und 10. Jahrgangsstufe gibt es Notenzeugnisse, die relevant sind für den weiteren Bildungs- und Lebensweg. Wie können die Jugendlichen Einfluss auf ihre Noten nehmen?

Wie an der Grundschule, gibt es auch in der Sekundarstufe das Kompetenzraster.
Ab der 9. Jahrgangsstufe können die Lernenden zusätzlich mit Hilfe eines Notenrechners selbständig Noten aus den Punkten im Kompetenzraster ermitteln.
Die Coaches erarbeiten mit den Lernenden Möglichkeiten und geben Empfehlungen, wie gewünschte Ziele erreicht werden können.

Wie erfolgt die Dokumentation der Punkte im Kompetenzraster?

Wichtig ist, dass die Lernenden in der Sekundarstufe selbständig auf die Dokumentation der Punkte achten.
Die Punkte (Bearbeitungsnachweise und Lernnachweise), werden 3-fach dokumentiert: auf dem jeweiligen Arbeitsblatt, im Kompetenzraster und im Wochenplaner, der wöchentlich von den Eltern eingesehen und unterschrieben werden sollte.

Gibt es Pflichtfächer, die belegt werden müssen, auch wenn gerade kein Interesse beim Lernenden dafür besteht?

Darbietungen in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch sind verpflichtend. Die Darbietungen finden auf unterschiedlichen Niveau-Stufen statt, in die die Lernenden anhand von Tests oder Beobachtungen der Fachkräfte eingeteilt werden.

Wie gehen die Lernenden mit den Freiheiten des Schulkonzepts um?

Der Umgang mit der Schulstruktur ist sehr individuell. Die Coaches sind dabei wichtige Berater.

Kann ein zusätzliches Lernjahr in Anspruch genommen werden?

Es gibt sowohl die Möglichkeit eines Plus- als auch eines Minus-Lernjahrs.

Darbietung, Angebot, Freiarbeit … Was ist der Unterschied?

(Folgende Erklärungen sind der Informationsbroschüre der Sekundarstufe 1 für Eltern entnommen. Ergänzungen während des Elterncafés wurden kenntlich gemacht.)

Lernfamilie: Ist eine Einheit aus zwei Coaches (Lernbegleitende) mit ihren Coachees (Lernenden). Eine Lernfamilie hat eine Jahrgangsmischung der Jahrgänge 7-10. Es gibt zwei Lernfamilienzeiten – am Anfang und am Ende eines jeden Tages mit diesen Aufgaben: Woche und Tag konkret planen und auswerten, Aktuelles besprechen, Informationen weitergeben, Kooperationen anbahnen (Methodentraining/Lernen organisieren, soziales Lernen)

Coaching: Verantwortung für den Coachee – persönliche und kompetente Beratung, Unterstützung und Motivation, Verknüpfung aller am Entwicklungsprozess (Team, Schulleitung, Eltern, Sozialarbeit, externe Experten, Berufsorientierung) – abgestimmt auf den jeweiligen Coachee

Darbietung: Darbietung eines klar umschriebenen Themenbereiches – Inputphase eines Fachexperten in einem Fachgebiet. (Ergänzung während des Elterncafés: Die Lernenden wählen sich in Darbietungen trimesterweise neu ein. Der Coach dient als Berater. Gewählte Darbietungen sind verpflichtend.)

Freiarbeit: Der/die Lernende wendet Wissen in einem anderen selbst gewählten Kontext an – selbstständiges Lernen mit einem Lernbegleitenden als Ansprechpartner. Dieser Lernbegleitende hilft, weil er für Fragen zur Verfügung steht, auch, wenn er eventuell nicht in dem Fachbereich, in dem ein Lernender arbeitet, Experte ist. (Ergänzung während des Elterncafés: Es gibt die Möglichkeit der stillen Freiarbeit und der Gruppenfreiarbeit.)

Angebot: Angebote sind eine Form der Freiarbeit, die fach- oder themengebunden ist und in der ein Fachexperte als Lernbegleitender und Ansprechpartner zur Verfügung steht. Hier findet man für Fragen aus Darbietungen oder der Freiarbeit Antworten, wobei die fachliche Beratung je nach Bedarf sowohl von einer Gruppe oder von einzelnen Lernenden in Anspruch genommen werden kann.

Projekt: Fächerübergreifendes Lernen in Einzel- oder Gruppenarbeit: im Rahmen einer Darbietung, als Große Praktische Arbeit, in den Herausforderungen, Themenfahrten oder außerschulischen Veranstaltungen.

Weitere häufig gestellte Fragen:

(Quelle: http://www.montessori-berlin-buch.de/häufig-gestellte-fragen/)

Wie funktioniert das Bewertungssystem?

An unserer Schule werden die ersten Ziffernzeugnisse zum Halbjahr der 9. Jahrgangsstufe vergeben. Bis dahin geben wir den Lernenden einen Überblick über ihr Lernen mit Hilfe von Kompetenzrastern und Checklisten.

Hier wird Lernerfolgen über einzuklebende Punkte in verschiedenen Bereichen auf unterschiedlichen Niveaustufen eine Referenz erwiesen.

Welche Fächer werden angeboten?

Wir unterrichten alle Fächer nach der Berliner Stundentafel. Dafür stehen Fachräume und besondere Lernorte zur Verfügung, wie z.B. das Atelier, Musikraum, Holzwerkstatt, „Grüner Lernort“ der Garten.

Welche Schulabschlüsse sind möglich?

Lernende an unserer Schule bereiten wir auf alle staatlichen Schulabschlüsse, die man in der Sekundarstufe 1 erwerben kann, vor. Das sind der berufsorientierende Abschluss, die Berufsbildungsreife, die erweiterte Berufsbildungsreife oder der Mittlere Schulabschluss bis zum Ende der 10. Jahrgangsstufe.

Gibt es Klassenarbeiten/Tests?

Es gibt keine Klassenarbeiten, denn es gibt keine Klassen. Jede oder jeder Lernende arbeitet an anderen Inhalten und erwirbt andere Kompetenzen zu einem anderen Zeitpunkt.

Tests können zur eigenen Standortbestimmung gemacht werden. Die Ergebnisse kann man kontrollieren lassen oder selber kontrollieren. Die Ergebnisse helfen einem zu wissen, ob man an einer Sache noch weiter lernen oder üben sollte oder ob man etwas abschließen kann.

Gibt es Hausaufgaben?

Nicht automatisch. Wir sind ein Haus des Lernens. Das Lernen sollte hier stattfinden, hier gibt es Zeit, die Materialien und die Mitlernenden und Lernbegleiter.

Es kommt darauf an, diese gut vorbereitete Umgebung bestmöglich zu nutzen.