Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

am letzten Freitag war ich in der Luxus-Situation, mir die Präsentationen der Erlebnisse und Erkenntnisse unserer Kinder und LernbegleiterInnen von Anfang bis Ende ansehen, anhören und bestaunen zu können, die sie während der Kosmikwochen 2018 gesammelt haben.

Bevor ich eine bebilderte Zusammenfassung der Präsentationsveranstaltung gebe, möchte ich jedoch der Schule ein ganz großes Lob für die Organisation aussprechen. Zwar habe ich schon im letzten Jahr geglaubt, es sei alles perfekt organisiert worden, aber mit der Gesamtpräsentation im Karuna-Saal habt ihr euch wieder einmal selbst übertroffen!

Moderatoren

Die Moderatoren der Veranstaltung

Die Techniker

Das Publikum

Das Thema der diesjährigen Kosmik-Wochen lautete:

„Unsere Erde – eine Welt – gestern, heute und in Zukunft“

Die Projekte waren allesamt sehr spannend und ich habe wieder einmal erkennen müssen, wie viel mehr die Kinder inzwischen wissen als ich!

So anschaulich, wie es z.B. um das Thema Artgerechte Tierhaltung vs. Massentierhaltung ging, dürfte sich wohl jeder an diesem Tag Anwesende im Saal spätestens seit dieser Veranstaltung beim Konsum von Tierprodukten mindestens für die Herkunft dieser interessieren. Die Kinder – und übrigens auch die Lernbegleiterinnen – lernten und erlebten in diesen zwei Wochen so viel, dass sie selbst keine Produkte mehr aus Massentierhaltung in ihrem Essen haben wollen.

Von den Bienenforschern konnten wir nicht nur lernen, wie ein Bienenvolk organisiert ist, sondern auch dass eine Biene ein ganzes Leben lang täglich arbeitet, um einen einzigen Teelöffel Honig zu produzieren. Somit habe ich persönlich jetzt ein Gewissensproblem, da ich seit vielen Jahren – der Gesundheit zuliebe – in den meisten Süßspeisen Honig statt Zucker verwende.
Dafür habe ich inzwischen einige der bienenfreundlichen Saatkugeln im Garten verbuddelt und ordentlich gewässert, die die Kinder während des Projekts selbst hergestellt haben.

Von den Steinforschern konnten wir etwas über Reinheitsgrade von Edelsteinen erfahren und dass auch einfache und unscheinbar wirkende Steine für bestimmte Menschen, wie z.B. Kleinkinder, einen sehr großen Wert haben!
Wunderbare Geschichten und Gedichte der Lernenden machten aus diesem scheinbar „unlebendigen“ Thema eine sehr belebte Vorführung!

Die Meeresforscher nahmen den interessanten Riesenkalmar genauer unter die Lupe und fanden heraus, dass unsere Meere in gut 30 Jahren mehr Plastik-Müll als Fische beherbergen werden, wenn wir Menschen weiterhin so gewissenlos mit diesem Kunststoff umgehen. Keine gute Prognose!
Deshalb konnten Besucher der Veranstaltung plastikfreie und handgemachte Mitbringsel erwerben, die die meisten täglich verwenden, die aber üblicherweise leider nur in Kunststoffverpackungen im Handel erhältlich sind.

Was eine Metamorphose ist und warum die Kamikaze- Ameise so heißt, wie sie heißt, erklärten die Ameisen- und Schmetterlingsforscher sehr anschaulich. Anhand von selbstgebastelten Riesen-Modellen, konnten wir kleine Insekten ohne Lupe einmal ganz groß sehen.

Nach so vielen spannenden Themen stellte die Projektgruppe Film kurz vor der Pause ihren selbst gedrehten und geschnittenen Lego-Trickfilm vor und erlangte somit die langsam nachlassende Aufmerksamkeit des Publikums wieder.

Ebenso sorgte die Forscher-Theatergruppe für einen gelungenen Wiedereinstieg nach der Pause, indem sie ein Theaterstück aufführten, was von der Problematik des Palmöls in unserer Nahrung sowie von der Abholzung des Regenwalds und deren Folgen handelte.

Kleine große Bildhauer erklärten ferner den Unterschied zwischen einer Plastik und einer Skulptur und stellten für diese Handwerkskunst geeignetes (Natur-)Material und ihre wundervollen Kunstwerke vor.

Von den Schreiberlingen konnten wir etwas über alte Schriften erfahren, und wie sie sich die Kommunikation in der Zeit ihrer Enkel und Urenkel vorstellen.

Zwar hatten irgendwie alle Themen einen Bezug zur Umwelt, aber eine spezielle Umweltprojektgruppe hat einige besondere Umwelt-Themen noch einmal in einer aufschlussreichen Präsentation zusammengefasst.
Faszinierend und traurig zugleich war für mich, dass diese Gruppe sich die Mühe machte, den Müll aus einem Waldstück zu sammeln und dieses Vorhaben bereits nach 1,4 km Strecke abbrechen mussten, da die Müllsäcke mit insgesamt 27,5 kg Müll zu schwer wurden.

Und während die meisten Projektgruppen ihre Forschungen in ihren Forschungsräumen und auf Ausflügen tätigten, gab es eine Gruppe, die mal bei brütender Hitze, mal bei Regen und Sturm täglich im Freien für eine Neugestaltung des Schulhofs sorgte.
Aus Alt mach Neu
lautete das Motto – und so wurden kaputte Bänke und Tische repariert, von Hand abgeschliffen und kreativ mit Farbe gestaltet. Auch ein kleines Gartenhaus, welchem der Sperrmüll drohte, wurde repariert und kunstvoll gestaltet. In der Gemeinschaft entstand zudem ein großer Traumfänger, der jetzt im Eingangsbereich des Hofs die Kinder beschützen soll.
In einem kleinen Film konnten wir sehen, wie viel Spaß die Mädchen und Jungs dieser Gruppe beim Upcycling dieser Dinge hatten.

Am Ende der Präsentationsveranstaltung fand auf dem Schulhof der traditionelle Seilsprung der 3. Jahrgangsstufe statt. Alle sind heil in ihren neuen Lerngruppen angekommen!

Fazit

Unsere Kinder besuchen eine Schulform, die es noch nicht so lange gibt und die noch nicht besonders gut erprobt wurde, was  das Leben nach der Schulzeit betrifft.
Zu Recht fragen sich einige Eltern, ob der Weg, den sie für ihre Kinder ausgesucht haben, der richtige sei.
Diese Veranstaltung hat deutlich gezeigt, dass dieser Platz für alle Familien der richtige ist, die sich wünschen, dass ihre Kinder einmal gut für sich, für die Gemeinschaft und für die Welt sorgen werden!

Und wer weiß, vielleicht kann mir eines der Kinder eines Tages meine Frage beantworten, welches Süßungsmittel – ökologisch und ethisch gesehen – denn nun am besten geeignet ist: Zucker aus brasilianischem Zuckerrohr, Datteln aus Tunesien, Bananen aus dem Regenwald, Agavendicksaft aus mittelamerikanischen Pflanzen, Ahornsirup aus Kanada … oder doch regionaler Honig auf Kosten der Bienen? Ich bin gespannt!

Jenny Shead